Thermographie
Die aktive Thermographie ist ein berührungsloses, zerstörungsfreies Prüfverfahren, das Temperaturverteilungen an Bauteilen sichtbar macht. Durch gezielte thermische Anregung und die Analyse infraroter Strahlung lassen sich Fehlstellen, Delaminationen, Risse oder materialbedingte Defekte schnell und zuverlässig erkennen. Ideal für Qualitätssicherung, Prozesskontrolle und präventive Instandhaltung.
Bei der Thermographie wird die von einem Objekt abgegebene Infrarotstrahlung erfasst und als Temperaturverteilung sichtbar gemacht. Dabei wird zwischen passiver und aktiver Thermographie unterschieden: Während die passive Thermographie vorhandene Temperaturunterschiede nutzt, wird bei der aktiven Thermographie gezielt Energie eingebracht, um einen definierten Wärmefluss im Prüfmaterial zu erzeugen.
Fehlstellen wie Risse, Poren, Delaminationen, Lufteinschlüsse oder fehlerhafte Verbindungen beeinflussen diesen Wärmefluss und erzeugen charakteristische Temperaturmuster. Hochauflösende Infrarotkameras erfassen diese Veränderungen. Je nach Verfahren wird dabei nicht nur die Temperaturverteilung selbst, sondern auch die Ausbreitung und zeitliche Entwicklung des Wärmeflusses analysiert.
Die thermische Anregung kann je nach Prüfaufgabe beispielsweise optisch, elektromagnetisch oder mechanisch erfolgen. Dadurch eignet sich die aktive Thermographie für ein breites Spektrum an Materialien und Bauteilen – von metallischen Halbzeugen und komplex geformten Komponenten bis zu Faserverbundwerkstoffen, Beschichtungen und Fügeverbindungen.
Als berührungsloses Verfahren ermöglicht die Thermographie eine schnelle und flächendeckende Prüfung und lässt sich sowohl im Labor als auch in automatisierte Produktions- und Prüfprozesse integrieren.
Welche Methode zum Einsatz kommt, hängt unter anderem von Werkstoff, Bauteilgeometrie, Fehlerart und erforderlicher Prüftiefe ab. Dafür stehen unterschiedliche Verfahren der aktiven Thermographie zur Verfügung.